Schulprojekte

JKA-Karate als Mittel zur Gewaltprävention

Eltern finden es beruhigend, wenn der Nachwuchs sich zu helfen weiß. Andererseits befürchten manche, Kampfsport könne ihr Kind aggressiv machen – gerade wenn es ohnehin temperamentvoll ist.

Da wir in einer Gesellschaft der „Verdrängungspolitik“ leben und sogar von Schulleitern die alltägliche Gewalt an Schulen verleugnet wird ist dieses Thema von äußerster Wichtigkeit und bedarf einer Erklärung woher diese Gewalt eigentlich kommt.

Der Kampf liegt in der Natur aller Lebewesen und da ist der Mensch nicht auszuschließen. Im Laufe der Erdgeschichte mussten sich alle Lebewesen, um überleben zu können, spezielle Schutz und Kampfmechanismen aneignen. Nur so konnte der Fortbestand der eigenen Art gesichert werden.

Diese Gene schlummern auch heute noch in einer vermeintlich friedlichen Welt in uns und treten gerade bei Kindern und Jugendlichen häufig zu Tage.
Deshalb ist es unserer Ansicht nach falsch diese „natürliche“ Sache zu unterdrücken. Wir meinen Kinder und Jugendliche und ganz speziell Jungen haben ein Recht zum Raufen!
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Das ist der Grund, warum auch in Gewaltpräventionsprojekten Karate und andere asiatischen Kampfkünste gelehrt werden. Stöße, Tritte und Schläge als Mittel gegen Gewalt – das klingt nach einem Widerspruch. Doch sogar die Polizei unterstützt solche Programme. Erfahrungen haben gezeigt, dass sie funktionieren.
Allerdings lernen Kinder nicht automatisch, wie sie richtig mit ihren Aggressionen umgehen. Der gut ausgebildete Karate-Lehrer muss darauf achten, dass sie Grenzen und Regeln einhalten und Werte verinnerlichen. Andernfalls kann sich die gute Absicht ins Gegenteil verkehren.
Kinder und Jugendliche sind vom Kampf fasziniert, im Besonderen auch gewaltbereite Kinder! Wir sprechen somit ihre Sprache und können über diese gemeinsame Ebene mit den Betreffenden kommunizieren. Jedoch lehrt Karate jederzeit die Kontrolle über Geist und Körper zu bewahren und Situationen schnell und differenziert zu analysieren, was letztendlich dazu beiträgt negative Affekthandlungen zu vermeiden.
Unserer Ansicht nach ist es falsch Kinder einfach nur „auszupowern“ und zu hoffen, dass sie danach „runter gefahren“ sind. Kinder lernen im Karate durch die Arbeit mit dem Partner, aber auch durch eine Ethik-, und Etikettenschulung Verantwortung für Andere aber auch für ihre eigenen Handlungen zu übernehmen. So erzieht dieses System sie letztendlich zu einem friedvollen Krieger welcher kämpfen kann, es aber nicht tut. Denn nur wer kämpfen kann, kann sich auch bewusst dafür oder dagegen entscheiden!

Bessere Konzentrationsfähigkeit bei ADHS

Aus diesen Gründen werden asiatische Kampfsportarten von Fachleuten auch für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) empfohlen. Zwar ist der therapeutische Nutzen noch nicht wissenschaftlich belegt, doch spricht einiges für ihn: Kampfsportarten, in denen sich die Übenden nicht gegenseitig verletzen, erfordern Aufmerksamkeit und Körpergefühl. Somit üben ADS-Kinder spielerisch Verhaltenstechniken, mit denen sie im täglichen Leben oft Probleme haben.



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  Was ist Budo?

Budo ist der Oberbegriff für die traditionellen asiatischen Kampfsportarten bzw. friedlichen Kampf- und Bewegungskünste.

Budo bietet seit je her einen Weg, um Körper, Geist und Seele zu trainieren, also den ganzen Menschen in seiner Gesamtpersönlichkeit zu fördern und systematisch weiterzuentwickeln.

Budo verfolgt über reinen Sport und Gesundheitserziehung hinaus in der intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst und der moralisch-ethischen wie körperlichen Schulung höhere Ziele der Persönlichkeitsbildung und des individuellen Wachstums.

Budo dient originär der körperlichen und geistigen (Selbst-)Erziehung sowie spiritueller (Selbst-)Entwicklung.

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Was ist Budo-Pädagogik?

Budo-Pädagogik als Ausbildungsfach qualifiziert Erzieher, Sozialpädagogen, Lehrer, Psychologen und artverwandte Berufe sowie höhergraduierte Kinder- und Jugendtrainer für den persönlichkeitsfördernden Einsatz der ostasiatischen Kampfkünste.

Budo-Pädagogik berücksichtigt die erziehungswissenschaftlichen Prinzipien des Budo und bindet sie methodisch und fachlich in einen sinnvollen und effektiven pädagogischen oder therapeutischen Ansatz ein, z. B. in den Bereichen Schul- und Jugendsozialarbeit, Heimerziehung, Psychiatrie, Jugendstrafvollzug, Sozialtherapie, Drogentherapie sowie im Verein oder Verband.

Budo-Pädagogik ist eine langjährig bewährte Methode der Förderung in unterschiedlichen pädagogischen, sozialen und therapeutischen Feldern, mit in zahlreichen Studien abgesicherten Ergebnissen und empirisch überprüfter wie wissenschaftlich nachgewiesener Effektivität.

 
Projektgestaltung

Für Schulen, Kindergärten und andere soziale Einrichtungen bieten wir unterschiedliche Modelle zur Durchführung unseres Projektes „Traditionelles Karate als Mittel zur Gewaltprävention“ an.

·        Während des Schulsports

·        Im Rahmen der Nachmittagsbetreuung

·        Als Projektwoche

Eine Projektwoche kann nur dazu dienen den Kindern einen Einblick in die fernöstlichen Kampfkünste zu bieten, möchten wir eine wirkliche, nachhaltige Veränderung bei Kindern und Jugendlichen herbeiführen muss das Projekt über einen längeren Zeitraum praktiziert werden. Wir empfehlen hier als Richtlinie ein Schulhalbjahr.

Da unser Unterricht aus theoretischen und praktischen Teilen besteht ist es sinnvoll mindestens eine Stunde zu veranschlagen, da ohnehin ein nicht unerheblicher Teil der Zeit zum Ankommen, Umziehen, etc. gebraucht wird.

Theoretische Inhalte des Unterrichts

  • Was ist Budo?
  • Was ist ein Budoka?
  • Die Verhaltensregeln und der Ehrenkodex der Budoka
  • Gefahrensituationen erkennen und richtig einschätzen
  • Was unsere Körperhaltung über uns verrät
  • Zivilcourage
  • Dojo-Etikette
 


 

  Video aus dem Kindergarten in Steeden:

http://www.kita-steeden.de/karate_movie.html

 
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